Hitze-Check 2026: Warum jeder erhaltene Stadtbaum zählt
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat den Hitze-Check 2026 veröffentlicht. Das zentrale Ergebnis: Seit 2018 sind in deutschen Städten fast eine Million Bäume verschwunden. Gleichzeitig nimmt die Flächenversiegelung weiter zu. Für das Stadtklima ist das eine besorgniserregende Entwicklung.
Der Hitze-Check wird seit 2024 jährlich durchgeführt und untersucht Städte mit mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Im Fokus stehen 2026 insbesondere der Baumbestand, die Baumüberschirmung sowie die Entwicklung der Flächenversiegelung zwischen 2018 und 2025.
Bäume sind entscheidend für das Stadtklima
Ein zentraler Indikator ist der sogenannte Beschirmungsgrad. Er beschreibt den Anteil der Stadtfläche, der durch Baumkronen überschirmt wird. Bäume haben einen deutlich größeren Einfluss auf die Kühlung von Städten als Rasenflächen oder niedrige Vegetation. Deshalb gilt ein Beschirmungsgrad von mindestens 30 Prozent als wissenschaftlich empfohlen.
Dieses Ziel erreichen jedoch nur sieben der untersuchten Städte, darunter Hamburg, Berlin, Wuppertal und Kiel. München liegt mit 25,61 Prozent im orangenen Bewertungsbereich.
Versiegelung nimmt weiter zu
Besonders kritisch ist die Entwicklung der Flächenversiegelung. Keine der untersuchten Städte konnte zwischen 2018 und 2025 eine positive Entwicklung vorweisen. Überall wurden zusätzliche Flächen versiegelt.
Auch München verzeichnet einen Anstieg von 0,15 Prozent und landet damit ebenfalls im orangenen Bereich. Mehr Versiegelung bedeutet weniger Versickerung von Niederschlagswasser, schlechtere Standortbedingungen für Bäume und höhere Temperaturen in der Stadt.
Stadtbäume gezielt schützen und erhalten
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Städte verlieren weiterhin wichtige Grünstrukturen, während die Auswirkungen des Klimawandels zunehmen. Einmal verlorene Altbäume lassen sich nicht kurzfristig ersetzen. Bis neu gepflanzte Bäume die gleiche Wirkung entfalten, vergehen oft Jahrzehnte.
Umso wichtiger ist es, bestehende Bäume zu erhalten und ihre Vitalität langfristig zu sichern. Eine hilfreiche Orientierung bietet dabei die sogenannte 3-30-300-Regel: Jede Person sollte von ihrem Zuhause aus mindestens drei Bäume sehen können, in einem Quartier mit mindestens 30 Prozent Baumbeschirmung leben und eine Grünfläche in maximal 300 Metern Entfernung erreichen können.
Aus unserer Sicht braucht es sowohl die Entsiegelung von Flächen und zusätzliche Baumpflanzungen als auch einen stärkeren Fokus auf den Erhalt bestehender Bäume. Insbesondere große Alt- und Habitatbäume leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Kühlung, Biodiversität und Lebensqualität.
Digitale Monitoring-Lösungen können Kommunen dabei unterstützen, die Vitalität dieser Bäume kontinuierlich zu überwachen und Trockenstress frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig ermöglicht ein datenbasiertes Bewässerungsmanagement eine bedarfsgerechte und wassersparende Versorgung neu gepflanzter Bäume. So lassen sich Anwuchserfolge verbessern, Wasserressourcen schonen und die Kosten pro erfolgreich etabliertem Stadtbaum langfristig senken.