Der Versuch hinter dem Zeitraffer des Zitronenbaums

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Im Zeitraffer sehen wir es deutlich: wie ein Zitronenbaum unter Wassermangel zusammenfällt und sich nach der Bewässerung wieder aufrichtet. Der Zeitraffer ist nicht nur schön anzuschauen, sondern dient auch einer Versuchsreihe. Der Baum ist mit Sensorik ausgestattet. So lässt sich die Beziehung zwischen dem, was wir sehen, und dem, was die Sensoren messen, direkt untersuchen.

Versuchskonzept

Der Baum trägt eine umfangreiche Sensorik mit sich. Ein Pulse-Sensor erfasst den Feuchtigkeitsindex im Stamm, ein Dendrometer misst das Tree Water Deficit, während ein FDR-Sensor den Bodenwassergehalt dokumentiert. Der Watermark-Sensor gibt Auskunft über die Bodenwasserspannung.

Unser Ziel besteht darin, die optische Vitalität des Baums im direkten Vergleich mit den Sensormesswerten zu untersuchen. Auf diese Weise lassen sich Schwellwerte für empfohlene und notwendige Bewässerung plausibilisieren und verbessern.

Versuchsablauf

Der Baum wird kontinuierlich überwacht, dabei aber gezielt über längere Phasen nicht bewässert. Die Sensoren erfassen in Echtzeit, wie der Wasserstatus sinkt. Gleichzeitig erfassen wir per Kamera optische Veränderungen: wie sich die Blattform verändert, wie der Glanz nachlässt, wie die gesamte Struktur reagiert. Wenn der Baum ein visuell erkennbares Trockenheitsstadium erreicht, wird er gegossen und darf sich erholen. Dieser Zyklus wird wiederholt.

Aufnahme-Setup


Der Baum steht in einer kontrollierten Umgebung, einem abgedunkelten Raum, in dem zwischen 6 und 20 Uhr (UTC) künstliches Pflanzenlicht die Tagesphase simuliert. Jede volle Stunde wird ein Foto unter standardisierter Beleuchtung geschossen. Zwei große Hauptlichter und das Pflanzenlicht stellen für etwa zwei Minuten das gleiche Lichtszenario her. So bleiben die Fotos visuell vergleichbar.

Aktueller Blick auf den Baum

Das Experiment läuft bereits seit einigen Wochen – und es geht weiter.
Hier kannst du jederzeit einen Blick auf das neueste Foto aus der Kammer werfen und sehen, wie es dem Baum gerade geht. Wie sieht er aus? Aufrecht und vital, oder zeigen sich bereits die ersten Zeichen der Trockenheit?

Aktuelles Bild des Baums
Neugierig, was hinter dem sichtbaren Zustand steckt? In der TreeSense Cloud kannst du die Live-Daten der Sensoren einsehen. Melde dich einfach mit Benutzer timelapse@treesense.net und Passwort MakingTreesTalk an und verfolge die Entwicklung der Werte in Echtzeit.

Nächste Schritte

Automatisierte Bewässerung – Bislang erfolgt die Bewässerung manuell. Im nächsten Schritt soll eine automatisierte Bewässerung installiert werden, die bei einem definierbarem Feuchtigkeitsindex eine bestimmte Menge an Wasser gießt.

Graduell von kurzen zu längeren Trocknungsphasen – Wir wollen den Zyklus zwischen den Bewässerungsgängen so gestalten, dass wir mit einer kurzen Trockenphase beginnen und diese schrittweise verlängern. Der Baum bekommt dazwischen immer wieder die Möglichkeit zur Regeneration. Die Frage dahinter: Gibt es einen Punkt, jenseits dessen ein Baum nicht mehr vollständig zu seiner ursprünglichen Vitalität zurückkehrt? Wo verläuft diese Grenze?

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