Fallbeispiel: Bodenanalysen am Flughafen München

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Am Flughafen München haben viele Bäume keinen natürlichen Zugang zu Grundwasser. Weite Flächen des Flughafens sind mit Tiefgaragen unterkellert, auf denen eine Erdschicht mit Bäumen aufgebracht wurde. Diese Bauweise schneidet die Wurzeln vom Grundwasser ab, weshalb alle Bäume auch nach der Jugendphase dauerhaft bewässert werden müssen. Mit Hilfe eines umfassenden Monitoring-Systems zur Erfassung von Baum- und Bodenzustand möchte der Flughafen die Bewässerung bedarfsgerecht und wasserschonend gestalten sowie Bodenqualität und Bodenstruktur erfassen.

Projektübersicht

Das Projekt läuft seit Sommer 2024 und hat insgesamt 15 Bäume ausgestattet – darunter Hainbuchen, Spitzahorne, Linden und Erlen. Diese wurden mit jeweils einem Pulse-Sensor in der Krone zur Erfassung des Wasserhaushalts versehen. Zusätzlich wurden 5 FDR-Sensoren an verschiedenen Standorten installiert, um die Bodenfeuchte zu bestimmen.

Ein Sensor – zwei Werte

Der Flughafen wählte einen innovativen Ansatz zur Ermittlung der Bodenwasserspannung: Zusätzlich zu den FDR-Sensoren wurde eine Bodenprobe entnommen, laboranalytisch untersucht und die Retentionskurve aufgestellt – der für jeden Boden charakteristische Zusammenhang zwischen Bodenfeuchte und Bodenwasserspannung. Die Bodenprobe wird ausgetrocknet, während ihr volumetrischer Wassergehalt und ihre Bodenwasserspannung kontinuierlich gemessen werden. Aus den gewonnenen Messpunkten wird die Retentionskurve als mathematische Funktion abgeleitet. Mit dieser Kurve lässt sich die Bodenwasserspannung direkt aus den FDR-Messwerten berechnen. Das ermöglicht eine präzise Ableitung der Bodenwasserverfügbarkeit ohne zusätzliche Sensoren.

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