Gilching setzt auf Baumsensoren

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Hitze und längere Trockenperioden stellen Kommunen zunehmend vor eine Herausforderung: Stadt- und Straßenbäume müssen ausreichend mit Wasser versorgt werden, gleichzeitig wird ein effizienter Umgang mit der Ressource Wasser immer wichtiger.

Die Gemeinde Gilching testet deshalb gemeinsam mit TreeSense, wie Sensordaten helfen können, den Wasserhaushalt unterschiedlicher Stadtbäume besser zu verstehen und daraus Erkenntnisse für Pflege und Bewässerung abzuleiten. Über das Pilotprojekt berichtete auch die Süddeutsche Zeitung unter dem Titel „Die Bäume melden sich, wenn sie Durst haben“.

Unterschiedliche Bäume, unterschiedliche Voraussetzungen

Im Rahmen des Pilotprojekts werden fünf Bäume verschiedener Arten, Altersklassen und Standorte überwacht: zwei Linden aus den Jahren 1950 und 2025, ein Spitzahorn aus dem Jahr 1990 sowie zwei Bergahorne aus den Jahren 2005 und 2025.

Die Auswahl ist bewusst vielfältig, denn Baumart, Alter, Standort, Wurzelraum und Pflanzbedingungen können die Wasserversorgung und die Reaktion auf Trockenheit beeinflussen. Bei den jungen Bäumen soll beispielsweise untersucht werden, wie sich unterschiedliche Pflanzsituationen auf den Wasserhaushalt auswirken.

Gleichzeitig wird eine alte Linde überwacht, bei der Probleme im Wurzelbereich bekannt sind. Hier soll das Monitoring zusätzliche Einblicke in die Wasserversorgung liefern.

Den Wasserhaushalt direkt im Baum beobachten

Insgesamt kommen sechs TreeSense Pulse Sensoren zum Einsatz. Sie werden in den Kronen der Bäume installiert und erfassen kontinuierlich Veränderungen des Wasserhaushalts.

So kann die Umweltplanerin Christine Hammel in Echtzeit beobachten, wann die Belastung durch Trockenheit zunimmt, wie unterschiedlich die einzelnen Bäume reagieren und wie sich ihr Wasserstatus nach Niederschlägen oder einer Bewässerung verändert. Die Messdaten werden digital übertragen und in der TreeSense Cloud aufbereitet.

Bewässern nach tatsächlichem Bedarf

Gerade während längerer Trockenperioden müssen Kommunen entscheiden, welche Bäume wann und wie häufig Wasser benötigen. Sensordaten können dabei eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage schaffen. Statt sich ausschließlich an festen Bewässerungsintervallen, Wetterdaten oder Erfahrungswerten zu orientieren, kann die tatsächliche Reaktion des Baumes berücksichtigt werden.

Das Ziel ist dabei nicht einfach, weniger zu bewässern, sondern Wasser gezielt dort einzusetzen, wo es tatsächlich benötigt wird. So können sowohl die Bäume geschützt als auch Wasser, Arbeitszeit und Fahrten des Bauhofs effizienter eingesetzt werden.

Wie geht es weiter?

Besonders interessant ist der Vergleich der unterschiedlichen Ausgangssituationen. Wie unterscheidet sich ein erst 2025 gepflanzter Baum von einem seit Jahrzehnten etablierten Baum? Welchen Einfluss haben die Pflanzbedingungen? Und wie verhält sich ein älterer Baum mit Problemen im Wurzelbereich?

Die gesammelten Daten werden gemeinsam von der Gemeinde Gilching und TreeSense ausgewertet. Daraus sollen Erkenntnisse für die praktische Baumpflege und Bewässerung gewonnen werden.

Das Pilotprojekt ist damit ein Schritt hin zu einer stärker datenbasierten Pflege des kommunalen Baumbestands – mit dem Ziel, Bäume langfristig zu erhalten und vorhandene Ressourcen gezielt einzusetzen.

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