Urlaubsgrüsse vom Palo Verde

| Ökologie

Sommerzeit ist Ferienzeit. Das TreeSense-Team ist unterwegs und bringt faszinierende Geschichten von Bäumen aus ihren Urlaubsreisen mit. Dieses Mal führt es uns nach Mexiko, wo unsere Sales Managerin Lena auf den Palo Verde gestoßen ist. Ein Baum, der erfinderisch und clever mit Hitze umzugehen weiß.

Der ikonische Wüstenbaum Palo Verde

Der Palo Verde ist heimisch in den trockenen Regionen des Südwestens der USA und Mexikos. Sein Name stammt aus dem Spanischen und bedeutet wörtlich „grüner Stock” – ein Name, der sein wichtigstes Merkmal verrät: die grüne Färbung seiner Rinde. Während die meisten Bäume ihre Blätter zum Überleben brauchen, hat der Palo Verde eine besondere Fähigkeit entwickelt, seine Rinde selbst führt Photosynthese durch.

Palo Verde ist allerdings nicht eine einzelne Baumart, sondern bezeichnet mehrere Arten der Gattung Parkinsonia. Die bekanntesten sind: Blue Palo Verde (Parkinsonia florida), Foothill Palo Verde (Parkinsonia microphylla), Mexican Palo Verde (Parkinsonia aculeata).

In Arizona hat der Palo Verde sogar den Titel des offiziellen Staatsbaum inne.

Angepasst an die Extreme

Je nach Art erreicht der Palo Verde eine Höhe von etwa 6 bis 10 Metern und bildet eine offene, weit ausladende Krone. Seine Blätter sind klein und fein gefiedert. In Trockenperioden wirft der Baum diese Blätter einfach ab und spart so kostbares Wasser. Während dieser dürren Zeiten übernimmt die grüne Rinde die ganze Arbeit der Energieversorgung. Erst wenn Regenfälle kommen und Wasser reichlich vorhanden ist, treibt der Palo Verde wieder aus.

Das Farbspektakel des Wüstenfrühlings

Die typische, strahlend gelbe Farbe der Blüten des Palo Verde kündigen den Wüstenfrühling an, wenn der Baum im März zu blühen beginnt und sich beinah seine komplette Krone gelb färbt.

Der Palo Verde als Zeuge vor Gericht

Doch der Palo Verde hat noch eine weitere Geschichte zu erzählen – eine, die 1993 den Wendepunkt für die molekulare Pflanzenforensik markierte. Die Leiche einer Frau war ein Jahr zuvor in der Wüste von Arizona gefunden worden, umgeben von Palo-Verde-Bäumen. Einer der Bäume zeigte Kollisionsschäden, und zwei Samenkapseln wurden im Auto des Tatverdächtigen gefunden. Mit 47 RAPD-Markern genotypisiert, stimmten die Kapseln exakt mit dem beschädigten Baum überein – und unterschieden sich von allen anderen Referenzbäumen. Vor Gericht wurden diese molekularen Ergebnisse zum ersten Mal akzeptiert und der Verdächtige daraufhin wegen Mordes verurteilt.

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