Das Bodenartendreieck

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Ein Boden setzt sich aus mineralischen Partikeln unterschiedlicher Größe zusammen. Je nach Partikelgröße werden drei Größenklasssen unterschieden:
Ton
(< 0,002 mm), Schluff (0,002 – 0,063 mm) und Sand (0,063 – 2 mm).
Bei einer Partikelgröße über 2 mm spricht man von Grobboden.

Die relativen Anteile von Sand, Schluff und Ton lassen sich im sogenannten Bodenartendreieck darstellen. Dieses Dreieck bildet ein baryzentrisches Koordinatensystem mit den drei Eckpunkten Sand, Schluff und Ton. Jeder Punkt innerhalb des Dreiecks wird durch drei Koordinaten beschrieben, die den jeweiligen Anteilen dieser drei Komponenten entsprechen. Damit ein Punkt innerhalb des Dreiecks liegt, müssen sich die Anteile zu 100 % addieren. Auf diese Weise kann jede mögliche Kombination aus Sand, Schluff und Ton eindeutig einer Bodenart zugeordnet werden, die im Dreieck farblich gekennzeichnet ist.

Erklärung Grafik: Die Ecken des Dreiecks stehen jeweils für einen Boden, der ausschließlich aus einer der drei Größenklasssen besteht, also zu 100 % aus Sand (links), Schluff (oben) oder Ton (rechts). Entlang der Dreieckskanten kommen jeweils nur zwei Größenklasssen vor, während die gegenüberliegende dritte Größenklassse dort nicht enthalten ist. Alle Punkte innerhalb der Dreiecksfläche beschreiben Mischungen aus allen drei Bestandteilen.

Wie wird die Zusammensetzung aus Sand, Schluff und Ton bestimmt?
Die Bestimmung der Anteile von Sand, Schluff und Ton erfolgt in der Regel im Labor. Getrockneter Boden wird zunächst gesiebt, um den Sand von den feineren Bestandteilen (Schluff und Ton) zu trennen. Schluff und Ton werden anschließend durch ihre unterschiedlichen Sinkgeschwindigkeiten in Wasser getrennt: Größere und schwerere Teilchen wie Schluff sinken schneller ab, während kleinere und leichtere Tonpartikel langsamer sedimentieren.
Im Gelände können geübte Personen die Bodenart auch durch eine Fingerprobe abschätzen. Dabei wird der Boden in seinem ursprünglichen Zustand belassen und durch Formen und Reiben hinsichtlich seiner Konsistenz und Struktur beurteilt.

Wie hängen Bodenart und Bodenwasserspannung zusammen?
Die Bodenart beeinflusst maßgeblich das Wasserverhalten des Bodens. Sandige Böden speichern nur wenig Wasser, weisen eine geringe Bodenwasserspannung auf, trocknen jedoch schnell aus. Schluffreiche Böden stellen einen Kompromiss dar: Sie können Wasser speichern und geben es in moderatem Maß wieder ab. Tonreiche Böden speichern sehr viel Wasser, binden es jedoch stark. Dadurch entsteht eine hohe Bodenwasserspannung, sodass Pflanzen einen großen Teil dieses Wassers nicht nutzen können.

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