Die Taxonomie der Bäume

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Hast du dich auch schon mal gefragt: Wie nah bin ich mit dem Spitzahorn verwandt? Folge den beiden farbigen Linien (Mensch: lila, Spitzahorn: rot) des interaktiven Baums und finde es heraus.

 

Eiche, Linde, Ulme und Ahorn sind nur einige Baumarten, die uns aus dem Alltag vertraut sind. Doch wie genau werden diese Bäume eigentlich kategorisiert? Und wie lässt sich bestimmen, wie ähnlich sich zwei Baumarten sind? Oder eben wie ähnlich der Mensch einer Baumart ist.

Die Grundlage dafür bildet die Taxonomie. Das ist die hierarchische Klassifikation von Lebewesen. Die Einordnung erfolgt in die Ebenen Reich, Abteilung, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung und Art.

Klassifikation nach äußeren Merkmalen 

Ein zentrales und bis heute weit verbreitetes Klassifikationssystem geht auf den schwedischen Wissenschaftler Carl von Linné zurück. Seine wissenschaftliche Einordnung basierte vor allem auf äußerlichen Merkmalen, also der Erscheinung von Pflanzen. Besonders der Blütenaufbau spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Linné führte außerdem die binäre Nomenklatur ein, die bis heute gültig ist. Jede Art erhält dabei einen zweiteiligen lateinischen Namen: Der erste Teil bezeichnet die Gattung (Genus), der zweite die Art (Species). Hybride zwischen zwei Arten werden in der Regel mit einem „ד gekennzeichnet.

Klassifikation nach genetischer Verwandschaft

Dieser erste umfassende Ansatz zur Einordnung von Pflanzen basierte stark auf äußeren Merkmalen. Mit der Zeit kamen jedoch weitere Methoden zur Untersuchung von Lebewesen hinzu, darunter Mikroskopie, biochemische Analysen und vor allem die Genetik. Dadurch konnten neue Merkmale berücksichtigt werden.

Hier setzt die Phylogenie (oder Phylogenese) an. Sie beschäftigt sich mit den evolutionären Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Lebewesen. Dazu werden genetische Informationen, insbesondere DNA-Sequenzen, analysiert, um herauszufinden, wie eng Arten tatsächlich miteinander verwandt sind.

Eine anschauliche Darstellung der phylogenetischen Beziehungen bietet der „Tree of Life“, wie er beispielsweise auf der Website von OneZoom visualisiert wird. Die Idee dahinter: Alles, was lebt oder jemals gelebt hat, hat seinen Platz in diesem Baum des Lebens. Jedes Blatt steht für eine eigene Art, während die Äste zeigen, wie sich Arten über Milliarden Jahre aus gemeinsamen Vorfahren entwickelt haben.

Hier wird eine rote Linie zur Bergkiefer (Pinus mugo) und eine grüne Linie zum Spitzahorn (Acer platanoides) gezeichnet. Zoome mit der Maus in den Baum hinein um genaueres zu untersuchen.

 

Ein kleiner Augenzwinker geht an die Schwarzpappel. Die Baumart, die die experimentelle Grundlage für unsere erste Formel des Feuchtigkeitsindex geliefert hat.

So entsteht ein System, das nicht nur Ordnung schafft, sondern auch eine fundierte Grundlage liefert, um Ähnlichkeiten zwischen Baumarten zu verstehen, von äußeren Merkmalen bis hin zu ihrer genetischen Verwandtschaft.

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