Fallbeispiel: Erhalt von Habitatbäumen im Schlosspark Stuttgart

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Die LBBW führt eine Sanierungsbaustelle für ein Hotel am Stuttgarter Schlossgarten durch. Im Zuge dieser Baumaßnahme müssen schwere Baumaschinen durch den Oberen Schlossgarten transportiert werden, direkt vorbei an zwei Habitatbäumen: einer Platane und einer Rosskastanie. Bei beiden Bäumen wurde eine Population des geschützten Eremitenkäfers nachgewiesen. Die Untere Naturschutzbehörde Stuttgart hat daher dem Bauunternehmen ein umfassendes Baum-Monitoring zur Auflage gemacht. Dieses wurde mit TreeSense Sensorik umgesetzt.

Projektübersicht

Das Projekt läuft seit Juni 2025. Bei den beiden Bäumen handelt es sich um eine Platane und eine Rosskastanie. Beide wurden im Jahr 1925 gepflanzt. Die Platane ist 30 Meter hoch, besitzt einen Kronendurchmesser von 20 Metern und einen Stammumfang von 3,6 Metern. Die Rosskastanie ist 20 Meter hoch, verfügt über einen Kronendurchmesser von 10 Metern und einen Stammumfang von 2,8 Metern. Ziel des Projekts ist es die Genehmigung der Baumaßnahme zu sichern, indem durch Monitoring vermieden wird, dass die
beiden Altbäume während der Sanierung Trockenstress erleiden.

Monitoring-Setup

Aufgrund der Größe der Bäume wurden beide Exemplare jeweils mit fünf TreeSense Pulse-Sensoren in der Krone ausgestattet.

Im Boden wurden insgesamt sieben Watermark-Sensoren installiert. Die je drei Sensorköpfe befinden sich dabei jeweils in Tiefen von 30, 60 und 90 cm.

Ein Blick in die Daten

In der Grafik ist der Verlauf des Feuchtigkeitsindex der fünf Pulse-Sensoren in der Krone der Platane während der Sommermonate 2025 zu sehen. Die gestrichelte, horizontale Linie markiert die empfohlene Bewässerung, die gepunktete, horizontale die notwendige Bewässerung. Es wird die neue, baumartspezifische Formel zur Berechnung des Index verwendet.


Vier Sensoren zeigen über die gesamte Periode einen sehr ähnlichen Verlauf des Feuchtigkeitsindex. Ende Juni und im Juli bewegen sie sich knapp um die empfohlene Bewässerungsschwelle. Ab August sind sie im grünen Bereich.

Der fünfte Sensor, Pulse 5, zeigt insbesondere Ende Juni einen niedrigeren Feuchtigkeitsindex als die anderen. Mitte Juli erholt er sich und verhält sich wie die übrigen, bis Mitte August wiederum eine Lücke nach unten zwischen Pulse 5 und den restlichen Kronensensoren erkennbar ist, wenn auch deutlich geringer als die erste.

Das Verhalten von Pulse 5 lässt sich erklären: Dieser Sensor ist der am höchsten angebrachte und befindet sich am Rand der Krone. Da Trockenstress typischerweiße von außen nach innen in die Krone vordringt, fungiert er als früher Indikator eines beginnenden Trends, der anschließend durch Bewässerungsmaßnahmen oder Regenereignisse beendet wurde.

Hier zeigt sich in der Praxis, warum für eine große Krone mehrere Sensoren von Nutzen sind.

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