Wie gehen Bäume mit der Hitzewelle um?

| Ökologie

Knapp zwei Wochen hielt die Hitzewelle Europa fest im Griff. Aktuell gibt es eine kurze Verschnaufspause, doch schon in einer Woche deutet sich die nächste Hitzeperiode an, und das Schwitzen geht weiter. Die Bedeutung von Stadtbäumen wird in diesen Tagen nicht nur viel diskutiert und sondern auch deutlich spürbar: Im Park mit natürlichem Schatten lässt es sich aushalten. Auf der Terrasse unter dem Schirm dagegen zergehen wir in der Mittagspause vor Hitze.

Doch wie gehen die Bäume mit der Hitze um? Wann kommen sie an ihre Grenzen?

Bäume sind besonders wertvoll für städtische Lebensräume. Denn sie kühlen unsere Städte doppelt, durch Beschattung und durch Verdunstung. Genau wie wir Menschen nutzen Bäume Verdunstung, um sich selbst zu schützen. Um ihre Blätter zu kühlen, geben Bäume Wasser durch winzige Poren, sogenannte Stomata, nach außen ab. Dieses Wasser verdunstet und kühlt dadurch das Blatt und die unmittelbare Umgebung. So schaffen sie es ihre Blätter in etwa 2-5 Grad kühler zu halten, als die Umgebungstemperatur.

Die Grenzen der natürlichen Klimaanlage

Lange herrschte die Annahme, dass Bäume ihre Poren bei Temperaturen zwischen 30 und 35 °C schließen würden und damit ihre Kühlwirkung verlieren. Eine Studie des Schweizer Instituts für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) aus 2024 zeigt, dass die untersuchten Platanen deutlich länger und intensiver Wasser verdunsten, als bislang angenommen. Selbst bei extremer Hitze von über 39 °C verdunsteten die Bäume weiterhin Wasser und erhöhten sogar noch den Wasserfluss, obwohl die Luft sehr trocken war. Die Kühlwirkung des Blattwerks blieb unter extremer Hitze länger erhalten, als Forschende bislang annahmen. Eine gute Neuigkeit für das städtische Klima.

Wenn Hitze auf Trockenheit trifft

An ihre Grenzen stoßen die Bäume jedoch, wenn Trockenheit und Hitze zusammenkommen. Eine Studie des Desert Botanical Garden in Phoenix aus 2024 untersuchte zwei Jahre alte Pappeln. Die Pappeln konnten ihre Blätter bei 48 °C Umgebungstemperatur auf unter 45 °C halten, die kritische Temperatur, ab der Blätter dauerhaften Schaden nehmen. Das gelang ihnen jedoch nur bei ausreichender Wasserversorgung über den Boden. Sobald die Forschenden die Wassergabe für 72 Stunden reduzierten, konnten die Bäume ihre Blätter nicht mehr kühlen. Die Blätter wurden um 3 Grad wärmer als die Außentemperatur und erlitten langfristige Schäden. Auch nachdem die Wassergabe wieder erhöht wurde, erholte sich die Kühlwirkung der Blätter nicht.

Ausreichende Bewässerung durch Monitoring

Der Juni 2026 war nicht nur besonders heiß, sondern auch besonders trocken. In Zukunft wird es immer wahrscheinlicher, dass Phasen extremer Hitze bei gleichzeitig extremer Trockenheit auftreten. Dadurch wird es immer wichtiger, Bäume ausreichend zu bewässern, um ihr Überleben und ihre kühlende Wirkung zu sichern. Gleichzeitig wird gerade in solchen Phasen die Ressource Wasser selbst knapp. Mit Hilfe von Sensorik lässt sich genauer bestimmen, wann die Bäume bewässert werden müssen und wann sie ausreichend Wasser zur Verfügung haben. So können wir die Bäume gesund erhalten, ihre Kühlwirkung bewahren und trotzdem sparsam mit der knappen Ressource Wasser umgehen.

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